Wissenschaft

Super-Gau Fukushima: Brennstäbe im Reaktorblock 1 geschmolzen

Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan haben die Verantwortlichen des Betreibers Tepco nun verkündet, dass die Brennstäbe im Reaktorblock 1 teilweise geschmolzen sind, das heißt das hier eine partielle Kernschmelze stattgefunden hat. Zudem ist der Wasserstand im Druckbehälter wesentlich geringer, als Tepco eigentlich erwartet hat. Dies ist ein Hinweis für eine Beschädigung des Druckbehälters, bislang behauptete Tepco, dass lediglich der Druckbehälter im Reaktorblock 2 beschädigt ist. Die geschmolzene Masse der Brennstäbe habe sich am Grund des Reaktorblocks 1 gesammelt.

Doch nach vorläufigen Messungen läge die Temperatur im Druckbehälter im Block 1 bei 100 bis 120 Grad Celsius, weit oberhalb der normalen Betriebstemperatur, ist aber niedrig genug um die Gefahr einer unkontrollierten Kettenreaktion zu umgehen. Allem Anschein nach ist der Druckbehälter im Block 1 beschädigt, dementsprechend muss radioaktives Wasser aus Block 1 auslaufen. Sämtliche neue Entdeckungen über die wirklichen Schäden im Reaktorblock 1 wurden verifiziert, als Mitarbeiter in das zerstörte Gebäude vorgedrungen sind um die Schadensmenge zu untersuchen. Sie sollen zudem Vorkehrungen zur Errichtung eines Kühlsystems treffen.

Bislang wird der Reaktor stets von außen mit Wasser gekühlt. Der Sprecher von Tepco, Junichi Matsumoto, bestätigte indes, dass man bislang nicht wisse wie viel an Schmelzmaterial sich am Boden angesammelt hätte, sicher sei jedoch, dass das Material gekühlt werde. Bislang wurden 10.000 Kubikmeter Wasser von außen aufgesprüht, 7500 Kubikmeter sollten eigentlich reichen, um die Brennstäbe unter Wasser zu halten. Da dies nicht der Fall ist, müssen Lecks am Sicherheitsbehälter vorliegen, dies wiederum verzögert die Reparatur am AKW Fukushima.

Nach den Erkenntnissen aus dem Reaktorblock 1 befürchten die Verantwortlichen weitere Schäden in den Blöcken 2 bis 4, die bislang nicht vorstellbar waren. Am Reaktorblock 1 liegt das Wasser fünf Meter unter Normallevel, die Brennstäbe würden im vollständigen Zustand somit 4,5 Meter im Trockenen liegen. Doch Tepco beeilt sich zu beruhigen, das Schmelzmaterial sei im Auffangbecken und würde sich nicht weiter erhitzen. Diese glasartige Masse ist sehr schwer und nur unter Gefahr zu entfernen. Falls die Masse sich erhitzen sollte, droht sie sich durch Beton und Stahl ins Erdinnere einzufressen, die Kontamination mit dem Grundwasser alleine wäre verheerend genug. Doch eine weitere unkontrollierte Kettenreaktion könnte auch im schlimmsten Fall die Folge sein.


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