Wirtschaft

Soziale Netzwerke: Wirtschaftsfaktor 2.0

Facebook und Twitter haben es vorgemacht, jetzt scheinen andere soziale Netzwerke nachzuziehen. Es geht nicht um die Anziehung neuer Nutzer, sondern die Kapitalisierung des Internets. Nach der rekordverdächtigen Bewertung von Facebook ist jetzt das Unternehmen Zynga an der Reihe. Obwohl erst drei Jahre alt, soll das Start-up bereits sage und schreibe einen Wert von neun Milliarden US-Dollar haben. Kritiker warnen bereits vor einer neuen Blase rund um das Internet.

Zynga – erfolgreich mit einem Spiel

Wer den Erfolg von Zynga verstehen will, muss auf den großen Bruder Facebook blicken. Denn der Entwickler hat ein Spiel auf den Markt gebracht für eben jenes soziale Netzwerk, das in der Vergangenheit positiv wie negativ in Erscheinung getreten ist. Das Zauberwort heißt „Farmville“. Hier wird der Spieler zum virtuellen Landwirt und kann kostenlos seine Felder bestellen. Zahlen muss er allerdings, wenn er bessere Maschinen oder Sämereien sein Eigen nennen will.

Im vergangenen Jahr hat Zynga laut „Wall Street Journal“ mit diesem Konzept einen Umsatz von 850 Millionen US-Dollar verdient. Wie die Zeitung zudem berichtet, sucht man nach Geldgebern, die den Wachstumskurs unterstützen. Und genau hier wären Summen zwischen sieben und neun Milliarden US-Dollar gefallen. Eine Unternehmensbewertung, die den Beobachter durchaus zum Staunen bringt. Schließlich scheint dem Ganzen kein realer Wert gegenüberzustehen.

Die Ware Mensch – Nutzer als Kapital

Allerdings nur scheinbar. Denn wie in vielen anderen sozialen Netzwerken werden auch hier die Nutzer zum Kapital. Je mehr Menschen in einem Netzwerk angemeldet und aktiv sind, umso verlockender das Ganze für die Werbeindustrie, die Anzeigen und Produkte platzieren kann. Entsprechend hoch werden Web-2.0-Unternehmen bewertet, die über einen hohen Nutzerkreis verfügen. Und Online-Spiele sind neben den „echten“ Netzwerken einer der wichtigsten Treffpunkte für User bzw. potenzielle Käufer.

Platzt die Blase Web 2.0?

Die Entwicklung um immer teurere Start-ups weckt bei vielen Experten auch negative Erinnerungen – an die Blase 2001. Skeptiker sehen daher schon wieder dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Ob die Blase allerdings platzt, kann nur abgewartet werden. Das Internet 2011 sieht deutlich anders aus als das Web vor zehn Jahren.


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