Der Betreiber des havarierten AKW Fukushima-Daiichi, Tepco (Tokyo Electric Power Company) hat nun für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 1,25 Billionen Yen (ca. 15 Milliarden Dollar) bekannt geben müssen. Als Konsequenz muss Tepco-Chef Masataka Shimizu den Konzern verlassen, vorerst wird Toshio Nishizawa den Posten als Präsident übernehmen. Der größte Energieproduzent Japans unterhält drei Kernkraftwerke mit insgesamt 17 Atomreaktoren (wobei die sechs von Fukushima-Daiichi ruhig abgezogen werden dürften), 25 Wärmekraftwerke, 160 Wasserkraftwerke und ein Geothermie-Kraftwerk. Insgesamt produziert Tepco 27 % des japanischen Strombedarfs und hat über die Region Tokio (mit 45 Millionen Bewohnern) ein Quasimonopol inne.
Seit dem Super-Gau von Fukushima sind die Aktien von Tepco um 80 % gefallen, zugleich stehen der Firma noch weit größere Kosten noch bevor. So könnte sich nach Einschätzung der Bank of America Merrill Lynch der Gesamtschaden durch den Super-Gau von Fukushima insgesamt auf 11 Billionen Yen (ca. 134 Milliarden Dollar) belaufen. Inbegriffen in dieser Kostenbetrachtung ist die Entschädigung für die Bevölkerung rund um Fukushima, die Folgekosten zur Eindämmung der Radioaktivität und die Beseitigung/Lagerung dieser.
Am vergangenen Freitag hat die japanische Regierung verkündet, Tepco helfen zu wollen, damit Berechtigte ihre Entschädigungszahlungen erhalten. Zuvor hat Tepco nur mit Mühe einen Kredit von 24 Milliarden Dollar von sieben japanischen Banken erhalten können. Nun lautet die Überlegung, den Anteil von 7,9 % an KDDI (dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter in Japan) zu verkaufen, hier erhofft sich der Konzern Einnahmen in Höhe von 7,3 Milliarden Dollar. Anders als in Deutschland muss in Japan der Betreiber im Falle eines Unfalls die Kosten tragen, die Ausnahmeregelung aufgrund von Naturkatastrophen greife in diesem Fall nicht, so Kabinettssekretär Edano in einer Erklärung kurz nach dem Gau. Mitunter könnte dies auf das Verhalten von Tepco zurückzuführen sein, 16 Jahre lang hatte der Konzern Unfälle an den AKWs nicht gemeldet, zudem ließ Tepco die Wartung und die Reparatur zum Teil schleifen. Noch droht das Schwert der Verstaatlichung über Tepco, ob aber die Folgekosten des Super-Gaus in Fukushima sich jemals mit Ziffern wird bemessen können, ist und bleibt fraglich, ebenso wie die Zukunft von Tepco.

























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