Erst Tunesien, dann Ägypten und nun auch der Iran? Durch die islamischen Länder rund um das Mittelmeer und den Orient scheint derzeit ein politisches Erdbeben zu verlaufen. Was in Tunesien seinen Anfang genommen hat, schwappt nach Teheran, wo Medienberichten zufolge Tausende auf den Straßen gewesen sein sollen. Nach den Protesten gegen das Wahlergebnis 2009 sind dies wieder die ersten größeren Kundgebungen gegen das islamische Regime im Iran. Aber auch anderswo wird der Volkszorn zur unbequemen Wahrheit.
Demonstranten in Teheran
Erst am vergangenen Freitag hat sich der ägyptische Staatschef Husni Mubarak aus seinem Amt zurückgezogen. Die Frage, in welchem Land die Protestwelle als Nächstes alle Dämme davonspült, beschäftigt derzeit die Presse. Denn inzwischen scheint sich die Sehnsucht nach Freiheit und politischem Wandel durch viele arabische und nordafrikanische Länder zu ziehen.
Selbst im Iran, der mit der harten Hand von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad aus Teheran gelenkt wird, scheint die Protestbewegung wieder Rückenwind zu spüren. Demonstranten versammelten sich trotz eines Verbots auf dem Asadi-Platz und skandierten gegen Ahmadinedschad. Die Reaktion der Sicherheitskräfte kam prompt und fiel heftig aus.
Es wurde laut Augenzeugenberichten mit Tränengas und Farbkugeln gegen die Demonstranten vorgegangen. Zuletzt hatte die Mullahkratie Proteste nach der Präsidentenwahl 2009 fürchten müssen, die Teheran blutig niederschlagen ließ.
Protestwelle auf der arabischen Halbinsel
Neben dem Iran sind in den vergangenen Tagen auch wieder Proteste auf der arabischen Halbinsel aufgeflammt. Neben dem Jemen, der von Präsident Ali Abdullah Saleh regiert wird, kam es auch im Wüstenstaat Bahrain zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Die große Sorge auf dem politischen Parkett ist ein Übergreifen der Protestbewegung auf Saudi-Arabien, einem der wichtigsten Partner für den Westen.

























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