Politik

Ägypten: Mubarak außer Landes

Der politische Umsturz in Ägypten hat über Tage die Welt in Atem gehalten. Lange schien sich Husni Mubarak an die Macht am Nil zu klammern. Nach dessen Abdankung rätseln sowohl die Ägypter wie auch die Welt über den Aufenthaltsort Mubaraks. Wie das Online-Magazin „stern.de“ berichtet, soll sich der „Pharao“ bereits in der vergangenen Woche ins Ausland abgesetzt haben – ins Emirat Sharjah.

Flucht vor dem eigenen Volk

Damit flüchtet Husni Mubarak vor dem Zorn des eigenen Volks. Nach den Demonstrationen, die über Tage Hunderttausende auf die Straßen Kairos und anderer Städte Ägyptens trieben, trat Mubarak am vergangenen Freitag, dem 11. Februar, zurück. Die Ägypter, in deren Augen Mubarak das Land herunterwirtschaftete und für die Misere verantwortlich ist, werden auf Gerechtigkeit allerdings warten müssen.

Denn nachdem sich der geschasste Staatschef erst nach Scharm-el-Scheich zurückzog, soll ihn bereits am Freitag eine Maschine ins Emirat Sharjah gebracht haben. Mit Mubarak hat auch dessen Familie das Land angeblich verlassen. Dessen Frau und Verwandte sind laut Medienberichten allerdings bereits am vergangenen Dienstag vor dem demonstrierenden Volk geflohen. Wo sich Mubarak genau aufhält, ist ungewiss, da offizielle Bestätigungen der Berichte fehlen.

Das Ende einer Ära

Mit dem politischen Umsturz im Land am Nil geht eine Ära zu Ende, die 1952 mit der Revolution der „Freien Offiziere“ begann. Husni Mubarak gelangte nach dem Attentat auf Anwar as-Sadat an die Spitze des Landes. Mubarak konnte sich als ehemaliger Oberbefehlshaber der Luftwaffe über weite Strecken seiner Regierungszeit auf den Rückhalt der Armee verlassen. Während der 18-tägigen Proteste rückten die Generäle letzten Endes aber von Mubarak ab.

Ungewisse Zukunft in Ägypten

Wie sich Ägypten nach dem Führungswechsel weiter entwickeln wird, steht derzeit in den Sternen. Der Militärrat hat die auf Mubarak zugeschnittene Verfassung außer Kraft gesetzt und das Parlament aufgelöst. Innerhalb von sechs Monaten sollen Neuwahlen stattfinden und das Land zur politischen Normalität zurückkehren. Für die Opposition eine Herausforderung, die sich jetzt organisieren und einen gemeinsamen Nenner finden muss.


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