In den letzten Tagen geriet Karl-Theodor zu Guttenberg aufgrund des Plagiatsvorwurfs immer stärker unter Druck. Jetzt scheint der Verteidigungsminister die Reißleine zu ziehen. Und will auf den Doktor dauerhaft verzichten. Dies gab zu Guttenberg auf einer CDU-Veranstaltung am Montagabend bekannt. Die letzte Entscheidung über den Doktor-Titel von Karl-Theodor zu Guttenberg liegt aber bei der Uni Bayreuth.
Gang in die Offensive
Der Schritt kam für viele Bürger sicher überraschend. Auf dem Valentinstreffen der CDU in Hessen trat Karl-Theodor zu Guttenberg vor die versammelten Politikanhänger und ließ mehrfach verlauten, dass er den Doktor nicht mehr führen werde. Beim erneuten Lesen seiner Dissertation seien ihm Fehler aufgefallen. Von einem vorsätzlichen Handeln wollte der Verteidigungsminister aber nichts wissen.
Er habe an der Doktorarbeit über Jahre geschrieben und „an ein oder anderer Stelle den Überblick über die Quellen verloren“. Den Vorwurf, die Dissertation von einem Ghostwriter übernommen zu haben, wies Karl-Theodor zu Guttenberg, entschuldigte sich aber bei denen, die von seinen Fehlern betroffen sind. Der Schritt vom Montag gleicht dem Gang in die Offensive. Letztendlich über den Doktor entscheidet aber nicht zu Guttenberg, sondern die Uni Bayreuth.
Guttenplag-Wiki legt Fehler auf 270 Seiten offen
Ob der Rückzug vom Doktor ein angemessener Schritt war und die Wogen glätten kann, bleibt abzuwarten. In jedem Fall ist der Plagiatsvorwurf ein herber Glaubwürdigkeitsverlust für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Online-Plattform Guttenplag-Wika fand bislang 271 Seiten voll Plagiaten. Damit wäre gut ein Fünftel der Dissertation aus fremder Feder übernommen.
Merkel hält an Minister fest
Auf die politische Laufbahn von Karl-Theodor zu Guttenberg scheint der Plagiatsvorwurf bislang aber nicht zu rütteln. Bundeskanzlerin Angela Merkel will an ihrem Minister auch weiterhin festhalten – ob mit oder ohne Doktor. Für sie zähle in erster Linie die Arbeit als Bundesverteidigungsminister. Schließlich habe sie keinen „wissenschaftlichen Assistenten“ ins Kabinett berufen.

























Alle stürzen sich auf zu Guttenberg.
Richtig so!!!
Wer ganz oben mitmischen will und sich so in der Öffentlichkeit präsentiert, soll auch dementsprechend öffentlich wahrgenommen und somit kritisiert werden. Und dies hat garnichts mit Hetzjagden oder wie auch immer gearteten Kampagne zu tun.
Wer selbst so in aller Form die Ehrlichkeit verlangt, muss an seinen eigenen Massstäben gemessen werden.
Mir sind jedoch einige Sachen aufgefallen, die völlig im Hintergrund der Diskussion stehen oder sogar garnicht behandelt werden:
1. Der Herr Guttenberg hat auch und gerade einen Bürgerauftrag zu erfüllen, weil er ja gewählt wurde. Und er wurde gewählt, nicht weil er Verteidigungsminister werden wird, sondern als Abgeordneter. Glaubt er denn allen Ernstes, dass man ihm diese Burleske abnimmt?
2. Gewisse bekannte Politiker(innen) haben sich voll hinter den Doktorklauer gestellt. Frau Dr. Merkel etwa, oder Herr (Dr.) Seehofer. Sie haben dabei einiges nicht bedacht oder sollten sie das auch nicht mit Vorsatz getan haben, dass sie einen Lügner, Betrüger und ausgewachsenen Schaumschläger, der noch dazu völlig unschuldige Schiffskapitäne einfach gerade mal so entlässt, um seine Macht und rasches Handeln zu demonstrieren?
Hier liegt nicht nur “Unglaubwürdigkeit” vor, sondern ganz offensichtlich ein Straftatbestand.
Die Damen und Herren von der Unterstützungsriege müssen acht passen, dass sie nicht selbst in die “Schusslinie” geraten und mit hinunter gerissen werden! Wer einen solchen Menschen auch noch unterstützt, ist auch nicht besser, denn mitgegangen ist mitgehangen und mitgefangen. Und wenn der Herr zu … noch x mal beteuert, er habe nichts abgekupfert, wird ihm das ein halbwegs normal denkender Mensch nicht abnehmen. Wer die Seiten und Stellen seines Plagiats, die für jeden auf dem Erdball im Internet nachzulesen sind, liest, wird auf der Stelle feststellen, dass es hier kein Versehen, sondern ausschliesslich Vorsatz, gegeben haben kann. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat er das ganze ja noch nicht mal selbst konstruiert!?
Ein weiteres Problemchen wird kaum diskutiert. Wie konnte denn eine solche Arbeit die “Kontrolleure” ( Professoren ) passieren? Und gar noch mit dem höchsten Prädikat!?
Es ist nun streng darauf zu achten, dass nicht die selben Herrschaften auch darüber bestimmen, ob tatsächlich etwas in der Arbeit falsch gelaufen ist. Und es ist weiterhin darauf zu achten, dass diese “Kontrolleure” sich in der Öffentlichkeit dazu äussern, was sie sich dabei gedacht haben!
Hier ist so offensichtlich mit dem Amigo-Effekt zur Sache gegangen worden, dass es schon weh tut. Fragt sich nur, was die Gegenleistung dafür wa(h)r.
Noch etwas:
Auffällig ist doch auch, wie merkwürdig ruhig sich die Oppositionsparteien verhalten. Ist denn das Rechtsempfinden schon so weit heruntergekommen, dass es garnicht mehr wahrgenommen wird. Es sind schon wegen weitaus geringeren Vorkommnissen Rücktrittsforderungen abgelassen worden. Hier aber ruht still der See?! Warum???
Schlimm ist ja auch, dass dieser Mensch, völlig unverständlicherweise, immer noch der “beliebteste” Politiker sein soll. Dies bestätigen angeblich Umfragen und der Kladdefetzen mit den grossen Buchstaben jubelt sogar noch. Hier gilt offenbar der alte Satz “Gleich und Gleich gesellt sich gern´).
Gerade die Klientel, die dazu steht, würde aufschreien, wenn das Gleiche sie selbst treffen würde, nämlich, dass von ihnen etwas gestohlen würde!
Herr zu … sollte schnellstens seine paar Trumpel zusammenpacken und nach München ( oder sonstwohin ) zurückkehren, denn es kann jemand mit einer solch miesen Denkweise kein Volksvertreter sein!
H.-Dieter Viel
Alles scheint ein politisches Spiel zu sein. Auch wenn die jetzige Situation von Guttenberg nicht zu beneiden ist, wird das noch nicht ein Ende seiner politischen Karriere sein. Die Meinungen sind unterschiedlich verteilt. Ich denke, er wird noch mehr Befürworter gewinnen.
Der Aufschrei der Hochschulvertreter ist doch scheinheilig. Bei der Betreuung durch den Doktorvater und bei der Prüfung der Disserttation haben ja offenbar alle in der Hochschulverwaltung versagt. Sonst wäre das Plagiat schon vorher aufgefallen !
Es gilt offenbar das Motto, je lauter ich schreie, um so mehr lenke ich von meinen Fehlern ab.